Die Winkelkirche St. Concordia wurde 1661 nach nur achtzehnmonatiger Bauzeit geweiht und ist eine der zwei echten Winkelkirchen in Deutschland. Das heißt, sie wurde als Winkelkirche konstruiert und errichtet: die zwei Kirchenschiffe stehen im rechten Winkel zueinander und werden durch den Turm verbunden. Eine derartige Kirche gibt es nur noch in Freudenstadt im Schwarzwald. Sie wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, dann aber wieder aufgebaut. Mithin ist die Winkelkirche in Ruhla die einzige ihrer Art, die noch in ihrem Originalzustand erhalten ist.
Ähnlich außergewöhnlich wie ihre äußere Gestalt ist auch ihre Entstehungsgeschichte. Sie verdankt ihre Existenz nämlich streitbaren Auseinandersetzungen der Ruhlaer Bevölkerung, die in politisch getrennten Ortsteilen der Stadt lebten. Eine Kirche gab es bis 1661 nur im Ortsteil, der zum Herzogtum Sachsen-Gotha gehörte. Das paßte den Bewohnern des Sachsen-Weimar-Eisenachischen Stadtteils von Ruhla aber nicht. So setzten sie bei ihrem Landesfürsten die Errichtung einer eigenen Kirche durch.
Diese eigentümliche Begebenheit ist nicht die einzige Besonderheit des Gotteshauses. Einst war es auch Heimstätte eines „spukenden Pfarrers“.
Heute ist die St. Concordia-Kirche geistliche Heimat für alle evangelischen Gemeindeglieder in Ruhla, denn es gibt nur noch eine Evangelische Gemeinde in unserer Stadt. Aber sie ist voller Leben und steht für alle offen. Überdies finden in der heizbaren Kirche ganzjährig Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Das Westschiff der Kirche wurde nach 1990 saniert und so gestaltet, daß es vielseitig nutzbar ist.
Wer die Kirche besichtigen will, ist jederzeit zu allen Gemeindeveranstaltungen eingeladen, oder kann sich im Pfarrhaus gegenüber der Kirche melden. Besuchergruppen bitten wir um Anmeldung im Voraus. Alle nötigen Informationen finden Sie auf der Website der Kirchgemeinde unter www.st-concordia.de.

Herzlich willkommen!

Pfr. Gerhard Reuther

Bildquelle: ruhla.de