Die Stadt Suhl  -mitten im Kurvenparadies Thüringer Wald-  hat eine mehr als hundertjährige Tradition im Fahrzeugbau, die eng mit dem Namen Simson verbunden ist (1896 begann man in der Firma Simson & Co. mit der Fahrradproduktion). Auf 1100 m² Ausstellungsfläche werden im Fahrzeugmuseum Suhl ca. 220 Exponate aus allen Bereichen des Fahrzeug­baus gezeigt: Fahrräder, Mopeds, Motorräder und Automobile. Einen besonderen Raum nimmt dabei der überaus erfolgreiche Suhler Motorsport ein. Sie finden im Museum die Simson-Motorräder der Europa- und Weltmeister sowie den legendären Greifzu-Rennwagen.

Das erste Tretkurbelfahrrad Deutschlands

wurde 1845 von Heinrich Mylius in Thüringen gebaut.
Es besteht aus einem eisernen Rahmengestell mit zwei Gabeln. Darin drehen sich zwei Holzspeichenräder, die mit dünnen Eisenstreifen als Laufflächen belegt sind. Das Vorderrad wird direkt durch zwei Tretkurbelpedale angetrieben, das kleinere Hinterrad läuft ohne Verbindung zum Vorderrad. Eine Hinterradbremse kann durch einen eisernen Hebelarm bedient werden. Das Fahrrad hat eine waagerechte Lenkstange.

 

 

 

Simson Mopeds

Seit 1955 baute man bei Simson Suhl das SR1 (Simson Rheinmetall) als erstes Kleinkraftrad. 1957 wurde dieses Moped vom SR2 abgelöst. Ab 1964 baute Simson die Kleinkrafträder der Vogelserie: Schwalbe, Spatz, Star, Sperber und Habicht.

 

 

 

 

 

AWO 425

Nach dem 2. Weltkrieg wurden Teile des Betriebes Simson & Co. Suhl als Reparations­leistung demontiert und die Reste in die sowjetische Aktiengesellschaft SAG Awtowelo (AWO) eingegliedert. Ende 1948 erhielt das Werk von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) den Befehl, ein seitenwagentaugliches Motorrad mit 250cm³-Viertaktmotor zu bauen, die legendäre AWO 425. Maßgebliche Konstrukteure der AWO 425 waren Ewald Dähn, Helmut Pitz und Michael Heise. 1950 wird das neuentwickelte Motorrad auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt, bis Ende des Jahres wurden 1000 Maschinen gebaut. Nachdem der Betrieb 1952 als VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson Suhl in die Industrieverwaltung 19 Fahrzeugbau der DDR (später IFA) eingegliedert wurde, hieß das Modell Simson 425 (im Volksmund Dampfhammer). Ab 1956 wurde neben der Touren-AWO (12 PS) das Sportmodell Simson 425S (14 PS/15,5 PS ab 1959) produziert. 1961 wird die Motorradproduktion in Suhl auf Beschluss der DDR-Wirtschaftsführung eingestellt (und in Zschopau bei MZ konzentriert). Insgesamt wurden bei Simson Suhl 212.613 Motorräder gefertigt, davon 127.867 AWO/Simson 425 und 84.746 Simson 425S.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Simson Supra

Der Simson Supra, das bekannteste Pkw-Modell der Firma Simson, wurde in ca. 1.520 Exemplaren zwischen 1924 und 1934 gebaut.
Die Simson-Werke Suhl stellten ab 1896 Fahrräder und von 1911 bis 1934 auch Personenkraftwagen her.1922 wurde Paul Henze als Konstrukteur eingestellt, der sich bei der Reichenberger Automobilfabrik (RAF) und bei den Steiger-Werken Burgrieden verdient gemacht hatte.Der von Henze für Simson entwickelte Supra war ein ausgeprägter Sportwa­gen: der 1924 vorgestellte Typ S leistete 50 PS aus 2 l Hubraum und hatte einen Radstand von 2,60 – 3,00 m.Die Höchstgeschwindigkeit betrug 120 – 140 km/h. Der Vierzylindermotor wurde von vier Ventilen pro Zylinder beatmet, die wiederum von zwei oben liegenden Nockenwellen mit Königswelle gesteuert wurden.

 

 

 

 

 

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